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„Entspann dich mal, Mensch.“ – Was mein Pferd mich gestern gelehrt hat



„Entspann dich mal, Mensch.“ – Was mein Pferd mich gestern gelehrt hat


Gestern stand ich wieder einmal in der Halle zu einem Infoworkshop und dachte:

„Okay, heute wird alles klappen.“

Spoiler: Hat es nicht.

Mein Pferd Magic schaute mich an – mit diesem Blick, den Pferde perfekt beherrschen. Nicht vorwurfsvoll. Nicht genervt. Eher so, als würde er sagen:

„Entspann dich mal, Mensch.“

Und weißt du was? Er hatte absolut recht.


Wenn der Kopf zu laut wird

Kurz zuvor hatte ich einen Workshop zum Thema Bodenarbeit gegeben.Vertrauen, Respekt, feine Kommunikation – all diese wichtigen Dinge, die ich selbst seit Jahren lehre und lebe.

Und trotzdem stand ich da, innerlich angespannt. Zu fokussiert. Zu sehr darauf bedacht, dass alles richtig läuft.


Ich wollte:

  • korrekt arbeiten

  • sauber erklären

  • ein gutes Vorbild sein


Und habe dabei genau das vergessen, was ich eigentlich predige:

👉 Mein Pferd spürt meinen inneren Zustand. Immer.


Pferde lesen uns – auch dann, wenn wir es verdrängen

Pferde hören nicht auf unsere Worte. Sie hören auf unsere Energie, unsere Körperspannung, unsere Atmung.

Magic spürte meine Anspannung, noch bevor ich sie mir selbst eingestand.

Und er reagierte genau darauf:


  • etwas zäher

  • weniger fließend

  • nicht wirklich „bei mir“


Nicht aus Unwillen. Sondern, weil ich innerlich nicht bei mir war.


Der Wendepunkt: ein Atemzug

Dann passierte etwas ganz Einfaches.

Ich atmete tief durch. Ich ließ den Anspruch los, jetzt „die perfekte Trainerin“ sein zu müssen. Ich hörte auf, etwas erzwingen zu wollen.

Und plötzlich veränderte sich alles.


Magic entspannte sich. Die Bewegungen wurden weicher .Die Übergänge flossen.

Und da war es wieder – dieses Gefühl von:

„Ach so… so geht das also.“

Verbindung entsteht nicht durch Perfektion

Das war für mich wieder einmal eine wichtige Erinnerung:

Es geht nicht darum, alles richtig zu machen. Es geht darum, echt zu sein.

Pferde brauchen keine perfekten Menschen.

Sie brauchen präsente, ehrliche, ruhige Menschen.

Wenn wir selbst loslassen, können sie es auch.


Ein Blick hinter die Kulissen

Weil diese Momente so wertvoll sind, habe ich den gesamten Workshop festgehalten:


  • die Desensibilisierung

  • die feinen Signale

  • die kleinen Schritte

  • und die großen Durchbrüche


Nicht geschniegelt. Nicht inszeniert. Sondern genauso, wie es wirklich ist.



Mein wichtigster Trainer-Tipp

Wenn ich dir eine Sache mitgeben darf, dann diese:

Sei erst entspannt. Dann kompetent.

Denn Kompetenz ohne innere Ruhe kommt beim Pferd nicht an. Aber Ruhe schafft Raum für alles andere.

Wenn du magst, erzähl mir gern von deinen Momenten auf dem Platz oder im Stall.

Ich lese wirklich jede Nachricht.


Mit Herz

Deine Anja 💛

 
 
 

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