Verladetraining mit System: Warum Magic mal quer und mal gerade auf der Anhängerklappe steht

Vielleicht hast du dich beim Zuschauen gefragt:
Warum steht Magic auf der Anhängerklappe eigentlich mal quer und mal gerade?
Wäre es nicht sinnvoller, ihn von Anfang an immer gerade zum Anhänger auszurichten?
Auf den ersten Blick vielleicht.
Doch hinter diesem Training steckt ein ganz bestimmter Gedanke.
Denn bevor ich möchte, dass Magic kontrolliert in den Anhänger hinein- und wieder herausgeht, möchte ich wissen:
Kann ich seine Position und seine Bewegung auch auf der Anhängerklappe gezielt beeinflussen?
Nicht nur „rein“ ist das Ziel
Beim Verladetraining sehe ich häufig, dass sich alles auf eine einzige Frage konzentriert:
Geht das Pferd in den Anhänger – ja oder nein?
Für mich greift das zu kurz.
Denn was passiert, wenn dein Pferd zwar hineingeht, dabei aber über die Klappe drängelt?
Wenn es schräg hineingeht?
Wenn es sich nicht korrigieren lässt?
Oder wenn es beim Ausladen unkontrolliert rückwärts aus dem Anhänger schießt?
Für mich gehört deshalb deutlich mehr zu einem sicheren Verladetraining als nur:
„Hauptsache drin.“
Warum ich Magic auf der Klappe unterschiedliche Positionen einnehmen lasse
Magic darf die Anhängerklappe zunächst kennenlernen und untersuchen.
Im nächsten Schritt kommt nun mehr Führung dazu.
Ich möchte seine Position verändern können:
🐴 mal quer auf der Klappe stehen
🐴 wieder gerade ausrichten
🐴 einzelne Schritte verändern
🐴 anhalten und warten
🐴 auf meine feinen Signale reagieren
Dabei geht es nicht darum, ihn zu verwirren.
Es geht darum, Kommunikation überprüfbar zu machen.
Kann Magic auch in dieser besonderen Situation auf mich achten?
Kann ich seine Füße und seine Bewegungsrichtung beeinflussen?
Kann er seine Position verändern, ohne hektisch zu werden?
Und kann er anschließend wieder ruhig warten?
Genau das sind Fähigkeiten, die ich später beim eigentlichen Verladen brauche.
Richtungsführung und Bewegungsführung schaffen Sicherheit
Zwei wichtige Bestandteile meiner SafetyHorseMethod sind die Bewegungsführung und die Richtungsführung.
Bei der Bewegungsführung geht es vereinfacht gesagt darum:
Kann ich beeinflussen, wann und wie sich mein Pferd bewegt?
Bei der Richtungsführung geht es darum:
Kann ich beeinflussen, wohin sich mein Pferd bewegt?
Beides wird beim Verladen besonders wichtig.
Denn ich möchte nicht erst im Anhänger feststellen, dass ich mein Pferd zwar vorwärts schicken, seine Position aber nicht mehr verändern kann.
Die Grundlagen müssen vorher funktionieren.
Und genau dafür eignet sich auch die Anhängerklappe hervorragend.
Sicherheit entsteht durch Vorbereitung
Mein Ziel ist, dass Magic später ruhig, kontrolliert und gerade in den Anhänger geht.
Und genauso wichtig:
Er soll auch ruhig und kontrolliert wieder rückwärts herauskommen.
Nicht hastig.
Nicht schräg.
Nicht mit dem Gedanken: „Nichts wie weg hier.“
Sondern Schritt für Schritt und ansprechbar.
Das lässt sich nicht erst dann trainieren, wenn das Pferd bereits vollständig im Anhänger steht.
Gute Vorbereitung beginnt vorher.
Kontrolle bedeutet für mich nicht mehr Druck
Wenn ich von Kontrolle spreche, meine ich nicht, dass ich mein Pferd mit Kraft in eine bestimmte Position bringe.
Im Gegenteil.
Ich möchte möglichst feine Kommunikation.
Ein Signal.
Eine Reaktion.
Und sobald die richtige Antwort kommt, kann ich wieder nachlassen.
Magic soll lernen, auf meine Einwirkung zu reagieren und sich von mir führen zu lassen – auch in einer Situation, die für ihn noch ungewohnt ist.
Genau darin liegt für mich echte Sicherheit.
Denn wenn eine Situation schwieriger wird, möchte ich nicht plötzlich immer mehr Kraft einsetzen müssen.
Ich möchte ein Pferd, das meine Signale kennt, versteht und darauf reagiert.
Verladetraining mit System statt „Hauptsache drin“
Genau deshalb arbeite ich beim Verladetraining Schritt für Schritt.
Im ersten Schritt durfte Magic den Anhänger und die Klappe kennenlernen.
Jetzt geht es darum, seine Position und Bewegung auch dort beeinflussen zu können.
Erst daraus entsteht nach und nach das kontrollierte Verladen.
Denn mein Ziel ist nicht:
Mein Pferd geht irgendwie in den Anhänger.
Mein Ziel ist:
Mein Pferd versteht meine Signale, lässt sich von mir führen und bleibt dabei möglichst ruhig und ansprechbar.
Das ist für mich Verladetraining mit System.
Schau dir diesen Trainingsschritt mit Magic an
Im Video kannst du genau beobachten, warum ich Magic auf der Klappe mal quer und mal gerade positioniere und wie daraus Schritt für Schritt mehr Kontrolle und Sicherheit entsteht.
👉 Schau dir hier den nächsten Schritt unseres Verladetrainings an
Und damit ist unser Training noch lange nicht abgeschlossen.
In den nächsten Schritten zeige ich dir weiter, wie ich Magic darauf vorbereite, ruhig und kontrolliert in den Anhänger hineinzugehen – und genauso sicher wieder herauszukommen.
Mein Fazit
Verladetraining beginnt für mich nicht mit der Frage:
„Wie bekomme ich mein Pferd möglichst schnell in den Anhänger?“
Sondern:
„Kann ich mein Pferd auch in dieser Situation klar und fein führen?“
Kann ich seine Bewegung beeinflussen?
Kann ich seine Richtung verändern?
Kann ich ihn wieder gerade ausrichten?
Und bleibt es dabei ansprechbar?
Wenn diese Grundlagen stimmen, wird aus „Hauptsache irgendwie drin“ ein Training, bei dem dein Pferd wirklich versteht, was du von ihm möchtest.
Denn gute Vorbereitung ist alles. ❤️
Von HerzenDeine Anja 🤗




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